Echtzeit-Rissüberwachung: wann und wie sollte man eine verstärkte Messüberwachung aktivieren?
Diese verstärkte Überwachung ermöglicht es, die Entwicklung eines Risses, einer Neigung oder einer Kippbewegung möglichst genau zu verfolgen, dank vernetzter Messgeräte, die präzise und regelmäßige, aus der Ferne abrufbare Messwerte gewährleisten.
Die engmaschige Überwachung: das tatsächliche Verhalten eines Bauwerks beobachten
Die Messfrequenz muss stets an das beobachtete Verhalten angepasst werden. Wenn die Unsicherheit zunimmt oder ein Entwicklungsrisiko erkannt wird, übernimmt eine engmaschige Überwachung, um dichtere und auswertbare Informationen zu erhalten.
Die Entwicklung lesen und Ereignisse verknüpfen
Eine engmaschige Überwachung hilft dabei, eine Änderung des Rhythmus zu erkennen und eine vorübergehende Schwankung von einer dauerhaften Entwicklung zu unterscheiden. So lässt sich leichter ein Zusammenhang zwischen einem Ereignis – Bauarbeiten, Änderung der äußeren Bedingungen, besondere Beanspruchung – und seinen Auswirkungen auf die Struktur herstellen.
Bei einem Riss zeigt die Überwachung eine sich beschleunigende Öffnung; bei einer Neigung oder einer Kippbewegung macht sie eine Bewegung sichtbar, die sich fortsetzt, stabilisiert oder zum Stillstand kommt.
Umweltbedingte Schwankungen interpretieren
Dieser Ansatz ist auch nützlich, um zyklische Phänomene zu interpretieren. Risse und Verformungen entwickeln sich häufig in Abhängigkeit von Umweltparametern wie Temperatur oder Bodenfeuchte. Eine höhere Messfrequenz ermöglicht eine bessere Erfassung dieser Schwankungen und vermeidet Fehlinterpretationen.
In welchen Fällen sollte man die Messfrequenz erhöhen?
Die engmaschige Überwachung wird in der Regel eingerichtet, wenn sich das Verhalten der Struktur schnell ändern kann.
In der Bauphase
Erdarbeiten, Unterfangungen, Laständerungen, Eingriffe an der Struktur oder Arbeiten an einem angrenzenden Gebäude können Verschiebungen, Verformungen oder Rissöffnungen verursachen. Die Überwachung muss hier während der Maßnahme erfolgen, um die Arbeiten direkt mit den beobachteten Auswirkungen zu verknüpfen.
Im Rahmen einer Baustellenüberwachung oder eines benachbarten Abbruchs ist eine Messung alle 30 Minuten über einen Zeitraum von einem Monat eine häufig gewählte Konfiguration.
Bei einem fortschreitenden Schadensbild
Ein Riss, eine Verschiebung oder eine Neigung können sich allmählich entwickeln oder Beschleunigungsphasen aufweisen. Die Erhöhung der Messfrequenz ermöglicht es, eine kontinuierliche Entwicklung von einer punktuellen Schwankung zu unterscheiden und eine mögliche Verhaltensänderung zu erkennen.
Bei einem punktuellen Ereignis
Ein Stoß, eine außergewöhnliche Beanspruchung oder eine örtlich begrenzte Bewegung können das Verhalten des Bauwerks verändern. Eine engmaschige Überwachung ermöglicht es dann, die Entwicklung des Phänomens in den darauffolgenden Stunden oder Tagen zu dokumentieren.
Tracking+ Modus: eine in die Saugnac-Messgeräte integrierte verstärkte Überwachung
Eine an sensible Phasen angepasste Messfrequenz
Der Tracking+ Modus ermöglicht Messungen alle 2 bis 30 Minuten, je nach gewählter Konfiguration.
Mehrere Messfrequenzen stehen zur Verfügung:
- alle 2 Minuten
- alle 5 Minuten
- alle 10 Minuten
- alle 20 Minuten
- alle 30 Minuten
Dieser Einstellbereich ermöglicht es, die Messdichte an die beobachtete Situation anzupassen.
Eine regelmäßige Datenübertragung
Im Tracking+ Modus ist auch die Frequenz der Datenübertragung konfigurierbar, um die Fernabfrage näher an den Messzeitpunkt zu bringen:
- stündlich
- alle 2 Stunden
- alle 3 Stunden
- alle 4 Stunden
Die Messwerte bleiben über die Anwendung auf dem PC oder Smartphone abrufbar.
Ein vorübergehender und kontrollierter Modus
Der Tracking+ Modus ist für einen punktuellen Einsatz konzipiert, mit einer je nach gewählter Konfiguration begrenzten Dauer.
Die maximale Dauer hängt von der Messfrequenz ab. Richtwerte:
- 2 Minuten: bis zu 4 Tage
- 5 Minuten: bis zu 10 Tage
- 10 Minuten: bis zu 20 Tage
- 20 Minuten: bis zu 40 Tage
- 30 Minuten: bis zu 60 Tage
Nach Ablauf dieses Zeitraums kehrt das Messgerät automatisch in seinen Standardmodus zurück, um die Akkulaufzeit und das übertragene Datenvolumen zu schonen.
Der Tracking+ Modus kann mehrfach reaktiviert werden, bis zu einer Grenze von 12.000 Messungen.
Hinweis: Der Tracking+ Modus folgt einer Logik der Überwachung und Beobachtung, nicht einer Logik der sofortigen Alarmierung. Diese Saugnac-Messgeräte sind vernetzte Messgeräte. Sie erleichtern die Erfassung und Abfrage der Daten, sind jedoch nicht für eine Echtzeitübertragung oder für die Anforderungen eines Alarmsystems ausgelegt.
Engmaschige Überwachung: Anwendung bei Rissen und Neigungen
Der Tracking+ Modus eignet sich für verschiedene Arten von Messungen, je nach beobachtetem Schadensbild und überwachtem Parameter.
Rissüberwachung mit dem Messgerät R2
Das Messgerät R2 verfolgt die Entwicklung der Öffnung eines Risses, auch bei großen Messbereichen (bis zu 100 mm), mit einer Auflösung von 0,01 mm. Ausgestattet mit einem externen Linearsensor, eignet es sich für Strukturen mit erheblichen Schwankungen.
Die engmaschige Überwachung macht die Öffnungs- oder Schließphasen besser lesbar und erleichtert das Erkennen einer Beschleunigung oder eines Zusammenhangs mit einer Beanspruchung. Seine Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ermöglichen es, die beobachteten Schwankungen mit den Umweltbedingungen zu verknüpfen und die Interpretation zu verfeinern.
Neigungsüberwachung mit dem Messgerät R5
Das Messgerät R5 verfolgt die Entwicklung einer Neigung oder einer Kippbewegung auf zwei Achsen, mit einer Auflösung von 0,005°. Es beobachtet eine Neigungs-, Kipp- oder Rotationsbewegung eines Strukturelements.
Mit einer engmaschigen Überwachung erkennen die Beteiligten eine Verhaltensänderung oder verfolgen die Entwicklung einer Bewegung während einer sensiblen Phase. Wie beim R2 sind die Messwerte aus der Ferne abrufbar, ohne Eingriff vor Ort.
Häufig gestellte Fragen
Wie häufig sollte ein Riss gemessen werden?
Es gibt keine absolute Regel: Die Messfrequenz muss an das Risiko und das Verhalten des Bauwerks angepasst werden. Bei einem sich beschleunigenden Schadensbild oder während Bauarbeiten muss sie erhöht werden. Der Tracking+ Modus ermöglicht es dann, bis auf eine Messung alle 2 Minuten herunterzugehen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Standardüberwachung und einer engmaschigen Überwachung?
Die Standardüberwachung, die bei all unseren vernetzten Messgeräten verfügbar ist, ermöglicht Messungen bis zu einer pro Stunde, mit einer Datenübertragung alle 12 Stunden. Die engmaschige Überwachung (Tracking+ Modus) verdichtet vorübergehend die Messungen und Übertragungen, um eine sensible Phase genau zu beobachten.
Entspricht der Tracking+ Modus einer Echtzeitüberwachung?
Er kommt ihr nahe: Die „Echtzeit“ hängt vom Zusammenspiel von Messfrequenz und Übertragungsfrequenz ab. Der Tracking+ Modus engt diese beiden Parameter ein, bleibt jedoch ein Beobachtungswerkzeug und kein Alarmsystem mit sofortiger Übertragung.
Verringert der Tracking+ Modus die Akkulaufzeit des Messgeräts?
Ja: Häufigere Messungen und Übertragungen verbrauchen mehr. Deshalb ist der Modus vorübergehend und gedeckelt (maximale Dauer je nach Frequenz und Grenze von 12.000 Messungen). Das Messgerät kehrt anschließend in seinen Standardmodus zurück, um die Akkulaufzeit zu schonen.
Das Wesentliche
Die engmaschige Überwachung ermöglicht es, die Entwicklung eines Phänomens genauer zu beobachten, als Ergänzung zu einer klassischen periodischen Überwachung. Die vernetzten Saugnac-Messgeräte R2 und R5 erfüllen diesen Bedarf mit einem aus der Ferne aktivierbaren Tracking+ Modus, der die Messungen und ihre Übertragung möglichst nah an den Messzeitpunkt bringt.