Mehrfamilienhaus, Wohnhaus, Gebäude … Rissrisiken im Altbau
Ein Riss in einem Altbau kann auf einen einfachen Putzmangel hinweisen, aber auch auf eine fortschreitende strukturelle Störung. In einem alten Wohnhaus oder einem Mehrfamilienhaus mit Eigentümergemeinschaft ermöglicht die Überwachung der Rissentwicklung, eine aktive Instabilität von einem stabilisierten Mangel zu unterscheiden – noch vor jeder Intervention. Dieser Schritt ist entscheidend für eine belastbare Diagnose, die Sicherheit des Bauwerks und die Angemessenheit der Instandsetzungsmaßnahmen.
Die Saugnac-Rissmonitore bieten präzise, unauffällige und mit traditionellen Baustoffen kompatible Lösungen, die den Anforderungen historischer Bausubstanz und den Vorgaben zerstörungsarmer Eingriffe gerecht werden.
Altbau: Was Risse über den Zustand der Tragstruktur aussagen
Risse geben – je nach Form, Lage und zeitlicher Entwicklung – Aufschluss über Art und Schwere von Schäden im Altbau.
Wichtiger Hinweis: Die nachfolgenden Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Sie stellen weder eine Diagnose noch einen verbindlichen Leitfaden zur Analyse dar. Jede Rissbildung ist individuell zu beurteilen. Für eine verlässliche Diagnose und die Entscheidung über mögliche Maßnahmen ist zwingend ein qualifizierter Baufachmann (Tragwerksplaner, unabhängiger Sachverständiger, Ingenieurbüro usw.) hinzuzuziehen.
Häufig beobachtete Rissarten
Risse in Altbauten unterscheiden sich unter anderem nach ihrer Orientierung:
- Vertikale Risse können unter anderem auf differenzielle Setzungen des Baugrunds unter den Fundamenten oder auf Schwindprozesse von Baustoffen (Mauerwerk, Putze, Mörtel) zurückzuführen sein.
- Horizontale Risse können auf innere Druckbeanspruchungen (z. B. Erddruck auf Kellerwände, lokale Überlastung) oder auf Dehn-/Schwindbewegungen hinweisen, wenn Kräfte nicht ausreichend aufgenommen werden;
- Treppenförmige Risse, die in der Regel den Lagerfugen des Mauerwerks (Ziegel, Bruchstein, Blocksteine, Naturstein) folgen, stehen häufig im Zusammenhang mit differenziellen Bewegungen der Tragstruktur oder der Fundamente (Setzungen, Schrumpf-/Quellvorgänge tonhaltiger Böden, inhomogener Baugrund);
- Diagonale Risse, häufig im Bereich von Öffnungen (unter Stürzen oder an Laibungsecken), können auf Spannungskonzentrationen in diesen Zonen (unzureichende Auflagerung, unterdimensionierter Sturz, nachträgliche Öffnungsänderung) oder allgemein auf eine lokale Schwächung der Struktur hindeuten.
Form, Lage und zeitliche Entwicklung dieser Risse stellen lediglich erste Indikatoren dar. Ihre Bewertung muss stets im Gesamtkontext des Gebäudes erfolgen und vor jeder Sanierungsentscheidung durch ein unabhängiges Gutachten bestätigt werden.
Differenzielles Schwinden und Durchbiegung: häufig genannte strukturelle Ursachen
Im Altbau können verschiedene strukturelle Phänomene mit dem Auftreten von Rissen in Verbindung stehen. Im Gegensatz zu Neubauten resultieren Risse im Bestand nur selten aus noch andauernden Mörtelschwindprozessen. Häufiger sind sie die Folge kumulativer Bewegungen und unterschiedlicher Materialverhalten.
Holzbalkendecken – typisch für ältere Gebäude – können sich im Laufe der Zeit infolge von Kriechen, natürlicher Alterung, ursprünglich nicht vorgesehenen Lasten oder unzureichender bzw. geschwächter Auflager verformen. Eine solche Verformung kann zu einer Rotation am Wandauflager führen und horizontale Fassadenrisse verursachen.
Bei Gebäuden, die vor Einführung moderner Normen errichtet wurden, fehlen häufig horizontale Ringanker, vertikale Aussteifungen an Gebäudeecken oder es wurden lokale Verstärkungen ohne ausreichende kraftschlüssige Verbindung ausgeführt.
Altes Mauerwerk ist oft heterogen aufgebaut: Bruchstein, Naturstein, Ziegel, unterschiedliche Füllmaterialien sowie im Laufe der Zeit ergänzte Betonelemente. Unterschiedliche Reaktionen auf Feuchtigkeit oder Temperatur können Schwachstellen erzeugen, an denen sich Risse entwickeln.
Diese Prozesse verlaufen häufig langsam und zunächst ohne sichtbare Anzeichen, was die Bedeutung einer systematischen Überwachung unterstreicht.
Feuchteschäden und Probleme durch moderne Putze
Historisches Mauerwerk – aus Ziegeln, Bruchstein oder Naturstein mit Kalkmörtel – ist von Natur aus diffusionsoffen. Das Aufbringen zementhaltiger Putze oder dampfdichter Beschichtungen kann diese natürliche Feuchtigkeitsregulierung behindern.
Eingeschlossene Feuchtigkeit im Mauerwerk kann verschiedene Schäden verursachen: Putzabplatzungen, Ausblühungen, Haftungsverlust und gegebenenfalls Rissbildung. Diese Risse sind nicht zwangsläufig statischer Natur, können jedoch auf eine Inkompatibilität zwischen historischen Baustoffen und modernen Produkten hinweisen. An Fassaden werden diese Effekte durch Temperaturwechsel, Schlagregen oder kapillar aufsteigende Feuchtigkeit verstärkt.
Begleitrisiken: Feuchtigkeitseintritt, Destabilisierung, schleichende Entwicklung
Auch bei geringer Rissbreite kann ein Riss das Eindringen von Wasser begünstigen und die Tragstruktur lokal schwächen.
Eindringende Feuchtigkeit kann Fugen und Lagerflächen schädigen, Frostbeanspruchungen erhöhen und den Verfall beschleunigen. Manche Risse entwickeln sich langsam und ohne unmittelbar sichtbare Veränderungen, können jedoch auf tiefgreifende differenzielle Bewegungen (z. B. Setzungen, Verschiebungen) hindeuten.
In älteren, teilweise wenig überwachten Gebäuden bleiben solche Entwicklungen mitunter unbemerkt, bis deutlichere Schäden auftreten. Eine regelmäßige Überwachung hilft, die Situation besser zu beurteilen und gegebenenfalls Fachleute frühzeitig einzubinden.
Risse überwachen, um die Analyse abzusichern und Fehlmaßnahmen zu vermeiden
Die zeitliche Beobachtung unterstützt dabei, einen oberflächlichen Riss von einer fortschreitenden strukturellen Bewegung zu unterscheiden.
Ein Riss kann aktiv oder stabilisiert sein: Sichtmerkmale reichen nicht aus
Ein feiner, alter Riss kann harmlos erscheinen; verändert sich jedoch seine Öffnung, kann dies auf einen laufenden Prozess hinweisen. Umgekehrt kann ein breiter Riss seit Langem stabil sein.
Allein anhand sichtbarer Merkmale (Breite, Verlauf, Länge) lässt sich die Art oder Aktivität eines Schadens in der Regel nicht sicher bestimmen. Erst eine instrumentierte und regelmäßige Überwachung ermöglicht eine belastbare Beurteilung des tatsächlichen Verhaltens über die Zeit.
Ab welcher Rissbreite sollte überwacht werden?
Es gibt keine allgemeingültige Regel, ab welcher Größe ein Riss überwacht werden muss. Die Entscheidung für eine Überwachung hängt stets ab von:
- dem strukturellen Kontext des Gebäudes,
- der Lage des Risses (Ecke, Sturz, Materialübergang, tragender Bereich usw.),
- seiner Form,
- seinem Alter,
- und seinem zeitlichen Verhalten.
In bestimmten Fällen kann selbst ein sehr feiner Riss in einem sensiblen Bereich eine Überwachung rechtfertigen. Weder die Größe allein noch der optische Eindruck sind ausschlaggebend.
Die zeitliche Entwicklung bleibt das entscheidende Kriterium, um einen oberflächlichen Mangel von einer strukturellen Bewegung zu unterscheiden.
Bestehen Zweifel an der Notwendigkeit einer Instrumentierung, sollte ein qualifizierter Fachmann (Tragwerksplaner, Bausachverständiger, Ingenieurbüro) hinzugezogen werden, der die zu überwachenden Bereiche und geeigneten Maßnahmen festlegt.
Geeignete Instrumente zur Rissüberwachung im Altbau
Die Einrichtung einer Überwachung im Altbau erfordert Systeme, die auf empfindliche Baustoffe und besondere Montagebedingungen abgestimmt sind. Die Saugnac-Lösungen wurden speziell für diese Anforderungen entwickelt.
Montage ohne Bohrung: eine zentrale Anforderung
In Altbauten sind Untergründe häufig heterogen, empfindlich oder vibrationsanfällig. Bohrungen können Abplatzungen oder lokale Entkopplungen verursachen.
Die Saugnac-Rissmonitore bieten Montagelösungen ohne Bohrung – sowohl für mechanische Rissmonitore (Typ G1), digitale (Typ E1) als auch vernetzte Systeme (Typ R1) – und gewährleisten sicheren Halt ohne Beeinträchtigung des Mauerwerks.
Messung der Rissentwicklung in Naturstein- oder Mauerwerkswänden
Der E1-Rissmonitor, abnehmbar und nicht dauerhaft mit dem Untergrund verbunden, wird mit transparenten Montageplatten verwendet, die mit einfachen 4-mm-Betonschrauben oder bei Bedarf durch Verklebung befestigt werden. Dieses System ermöglicht eine präzise Messung von Rissöffnung und Schubversatz, auch auf unregelmäßigen Untergründen.
Er eignet sich für häufig unregelmäßiges historisches Mauerwerk und bietet eine hohe Beständigkeit gegenüber klimatischen Einflüssen. Sowohl bei Natursteinfassaden als auch bei verputzten Außenwänden ermöglicht diese Lösung zuverlässige und einfach durchführbare Messungen.
Unauffälliger Rissmonitor für bewohnte Gebäude
In Wohnungseigentümergemeinschaften, Mehrfamilienhäusern und bewohnten Wohngebäuden sind diskrete, nicht invasive und leicht demontierbare Systeme erforderlich.
Saugnac-Lösungen wie der E1-Rissmonitor erfüllen diese Anforderungen: transparente Montageplatten, keine hervorstehenden Bauteile, einfache Demontage. Sie lassen sich in Fassadensanierungen oder technische Begutachtungen integrieren.
Diese Kompatibilität mit bewohnten Umgebungen ist ein wesentlicher Vorteil für Hausverwaltungen und Immobilienverwalter.
Vernetzte Lösungen für eine kontinuierliche und ferngesteuerte Überwachung
Vernetzte Sensoren automatisieren die Datenerfassung und erhöhen die Reaktionsfähigkeit bei Schadensentwicklungen. Sie sind Bestandteil einer langfristig ausgerichteten Instandhaltungsstrategie.
Reduzierung manueller Kontrollen durch autonome Sensoren
Bei der Überwachung eines Risses in einem Mehrfamilienhaus oder bewohnten Altbau können häufige manuelle Ablesungen aufwendig sein.
Die vernetzten Sensoren von Saugnac, wie der R1-Rissmonitor, erfassen Messdaten automatisch und übertragen sie verschlüsselt an eine Online-Plattform. Mit einer langlebigen Batterie (bis zu 8 Jahre Autonomie) können sie mehrere Jahre ohne Eingriff betrieben werden, wodurch Fahrtkosten und Beeinträchtigungen für Bewohner reduziert werden.
Überwachung schwer zugänglicher oder sensibler Bereiche
Risse in größerer Höhe, an rückwärtigen Fassaden oder in Kellerräumen sind oft nur mit erheblichem Aufwand regelmäßig zu kontrollieren. Vernetzte Sensoren übertragen ihre Messwerte in Echtzeit. Diese Form der Überwachung ist insbesondere in Eigentümergemeinschaften und Altbauten vorteilhaft, in denen bestimmte Bereiche ohne Hubarbeitsbühne, Gerüst oder Nutzungseinschränkung kaum zugänglich sind.
Eigene Anwendung zur Visualisierung und Weitergabe der Messdaten
Die Saugnac-Anwendung bündelt sämtliche erfassten Daten und gewährleistet deren Nachverfolgbarkeit. Sie ermöglicht die zeitliche Analyse der Rissentwicklung, die Generierung automatischer Warnmeldungen bei Schwellenwertüberschreitung sowie die Weitergabe der Messdaten an Ingenieurbüros, Architekten oder Gerichtssachverständige. Dieses digitale Werkzeug macht die Rissüberwachung zu einem strukturierten, nachvollziehbaren und kollaborativen Prozess.